Nikon F90

Die im September 1992 vorgestellte Nikon F90 zieht, anders positioniert als die F4, doch in wesentlichen Punkten an ihr vorbei: Ein völlig neues Autofokus-Modul CAM 246 mit 172 horizontalen und 74 vertikalen CCD-Elementen macht das Fokussieren schneller und gleichmäßiger als bisher.

n Verbindung mit neuen Mikrocomputern und dem kernlosen AF-Motor bietet das CAM 246 schnellere und präzisere Scharfeinstellung,denn das System läßt sich durch horizontale Strukturen nicht mehr irritieren. Das große Meßfeld erfaßt selbst Objekte, die sich nicht unmittelbar in der Bildmitte befinden, bewegte Objekte lassen sich leichter verfolgen. Für präzises Fokussieren auf kleine Motivdetails bietet sich das kleine Meßfeld mit einem 3mm großen Sensor-Meßkreuz in der Bildmitte an.

Außer Einzel-Autofokus mit Schärfenpriorität bietet die F90 kontinuierlichen Autofokus mit Auslösepriorität. In allen AF- und Filmtransport-Betriebsarten schaltet die Kamera automatisch auf die dynamische Schärfennachführung, sobald sie eine Objektbewegung erkennt. Natürlich ist auch manuelle Fokussierung mit elektronischer Einstellhilfe moglich. Die helle BriteView-Einstellscheibe garantiert ein klares Sucherbild, auch bei schwachem Licht.

Mit der F90 stellte Nikon eine weiterentwickelte Matrixmessung vor, die über die Software mit dem Autofokus-Modul CAM 246 verknüpft ist. In Kombination mit der 8-Feld-Matrixmessung und den neuen D-Nikkoren werden die Meßwerte über Motivhelligkeit und Kontrast erstmals durch Informationen über den Aufnahmeabstand ergänzt. Durch diese dritte Dimension wird die Auswertung der acht Meßzonen optimiert. Das Ergebnis sind perfekt belichtete Aufnahmen auch bei sehr schwierigen Lichtsituationen.

Bei der mittenbetonten Integralmessung wird das Motiv über das kreisrunde Belichtungsmeßfeld, das in der Mitte des Sucherbildes gekennzeichnet ist, mit 75%iger Gewichtung angemessen. Das Umfeld wird mit 25 % berücksichtigt. Die Spot-Messung eignet sich für selektives Anmessen kleiner Objekte oder bestimmter kleiner Motivpartien. Das erfaßte Gebiet wird durch einen kleinen Kreis in der Mitte des Suchers gekennzeichnet.

Für die hochpräzise Blitzinnenmessung verwendet die F90 den ersten TTL-Multi-Sensor der Welt mit fünf Meßzonen. Bisher beschränkten sich Blitzmeßzellen im Boden des Spiegelkastens auf ein einziges Meßfeld. Bei der F90 erfaßt der Multi-Sensor das vom Verschlußvorhang bzw. der Filmoberfläche reflektierte Licht mit fünf verschiedenen Meßzonen. Die dadurch erzielte differenziertere Messung führt bereits bei der Verwendung von älteren Nikon Blitzgeräten und bei herkömmlichen AF-Objektiven zu einer Verbesserung der Blitzbelichtung.

Erst zusammen mit dem Blitzgerät SB-25 oder einem seiner Nachfolger und einem D-Nikkor jedoch können die Vorteile der neuartigen Blitzsteuerung voll ausgeschöpft werden. Durch nicht wahrnehmbare, ultrakurze Meßblitze des passenden Blitzgerätes unmittelbar vor Öffnen des Verschlusses werden die Helligkeitswerte des Motivs in den fünf Meßzonen analysiert. In die Auswertung der Meßdaten wird die Entfernungsinformation vom D-Nikkor mit einbezogen. Auf diese Weise werden meßverfälschende Motivteile, wie z.B. stark reflektierende Flächen oder dunkle, zu nah oder zu weit entfernte Partien ignoriert. Zusätzlich wird die Stärke des Blitzes dem vorhandenen Umgebungslicht automatisch angepaßt, was vor allem beim Aufhellblitzen wichtig ist.

Mit den manuell zu fokussierenden Nikkoren ohne eingebaute CPU bietet die F90 mittenbetontes und Spot-Aufhellblitzen. Der TTL-Meßsensor fungiert in diesem Fall als Einzelmeßzelle. Auch für geübte Fotografen kann die Einstellung von Blende und Verschlußzeit zu einer lästigen Übung werden, besonders dann, wenn hektische Situationen sehr schnelles Handeln erfordern. Nikon hat die F90 deshalb mit einem Vari-Programm-System ausgestattet. Sieben fest in der Kamera installierte Programme für häufig vorkommende Motivsituationen sollen helfen, sich voll auf das Motiv zu konzentrieren. Zum schnellen Zugriff stehen folgende Programme bereit:.

Portraitprogramm

Portraits mit Vorblitzen gegen rote Augen

Schärfentiefenprogramm

Landschaftsprogramm

Silhouettenprogramm

Sportprogramm

Nahaufnahmeprogramm

Außer dem Vari-Programm bietet die F90 Multi-Programmautomatik mit Programmverschiebung, Blendenautomatik, Zeitautomatik mit Verschlußzeiten von l/8000s bis zu 30s sowie manuelle Belichtungseinstellung. Automatische Langzeitsynchronisation bis 30s ist im Blitzbetrieb ebenso möglich wie die wahlweise Synchronisation auf den 1. oder 2. Verschlußvorhang. Die Belichtungskorrektur reicht von -5 bis +5 EV. Die Abstufungen können in 1/3 EV-Stufen erfolgen.

Der festeingebaute High-Eyepoint-Sucher zeigt das Sucherbild mit den Belichtungsdaten aus l9 mm Abstand, was für Brillenträger wertvoll, aber auch für Normalsichtige von Vorteil ist. Die ISO-Einstellung DX-codierter Filme, Filmeinzug, Filmtransport und Rückspulung erfolgen automatisch. Bei Bedarf läßt sich die automatische ISO-Einstellung von IS0 25/15° bis 5000/38° umgehen. Bei manueller Einstellung können dann Filme mit ISO-Empfindlichkeiten von 6/9° bis 6400/39° verwendet werden. Bei Zeitautomatik und manueller Belichtungseinstellung führt ein Druck auf diese Taste zur Abblendung auf die gewählte Arbeitsöffnung.

Mit der Nikon Data-Link-IC-Karte ACIE (in englischer Version) wird die F90 zur ersten Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt, die sich an einen taschengerechten Electronic Organizer anschließen läßt. In Verbindung mit einem Sharp Electronic Organizer der 8000er Serie gestattet diese Karte eine interessante Erweiterung der Funktionssteuerung der F90. Unter anderem ist die Einprogrammierung individueller Belichtungsvorgaben und Programmkurven. mit dieser Karte möglich. Die Data-Link-Karte enthält außerdem eine Vielzahl an Informationen, die durch die Bedienung der F90, des SB-25, der Multifunktionswand MF-26 und der Nikon Datenrückwand MF-25 führen.

m Fotohandel gab es noch zwei weitere Liefervarianten der F90. Neben dem Grundmodell F90 gab es die F90D, serienmäßig mit Datenrückwand MF-25 und F90S mit Datenrückwand MF-26.