Nikon F90 x

Zur Photokina 1994 erscheint die Nikon F90X auf den Markt, die vielfach bewährtes der F90 mit neuestem technischen Fortschritt verbindet.

Sie präsentiert sich in vertrautem Gewand als eine solide, präzise Hochleistungskamera mit überragender Funktionsvielfalt. Ihre Technik jedoch wurde so perfektioniert, daß sie auch professionellen Ansprüchen gerecht wird.

Zu den wesentlichen Änderungen gehören:


50 % kürzere AF-Signalverarbeitungszeit

25 % schnellerer Obiektivantrieb

dynamische AF-Nachführung bis 4,1 Bilder/sec.

Verschlußzeiten in 1/3 Stufen wählbar

verbesserter Staubschutz im Bereich der Bedienelemente

Hochformathandgriff MB-10 mit zusätzlichem Auslöser als Zubehör

Weiterentwickelt wurde das Autofokus-System. Entscheidenden Anteil an der höheren Einstellgeschwindigkeit und Genauigkeit hat eine neue AF-Software. Sie verringert die für die Signalverarbeitung erforderliche Zeit auf die Hälfte. Auch die Fokussierbewegung des Objektivs selbst konnte um 25 % beschleunigt werden. Insgesamt ist das Autofokus-System damit so schnell geworden, daß es mit der höchsten Bildfrequenz der F90 X von 4,3 Bildern in der Sekunde nahezu mithält und damit auch den Anforderungen von Sport-, Mode- und Action-Fotografen gerecht wird.


Die dynamische Schärfenachführung - in der Vergangenheit nur mit Einschränkungen bei höchster Bildfrequenz möglich - wurde bei der Nikon F90 X so verfeinert, daß sie jetzt auch bei Bildserien von 4,1 Bildern pro Sekunde funktioniert. Dies wurde durch die schnellere Spiegelbewegung erreicht, durch schnellere Verschlußspannung und ein neues Getriebe mit verbessertem kernlosen Motor zur Beschleunigung des Filmtransports. Dabei braucht die Kamera nicht speziell auf dynamische Schärfenachführung geschaltet zu werden - sie aktiviert diese Funktion bei Bedarf automatisch.

Fünf Meßsektoren für Blitzinnenmessung in der Kamera und nicht wahrnehmbare, ultrakurze Meßblitze eines SB-25, SB-26 oder SB-28 unmittelbar vor Öffnen des Verschlusses sorgen für eine Lichtmengendosierung, die an Genauigkeit nicht zu übertreffen ist. Hierbei wird neben der Aufnahmeentfernung auch das Umgebungslicht berücksichtigt, was zu erstklassigen Resultaten auch unter schwierigen Bedingungen führt. Langzeitsynchronisation, Synchronisation auf den zweiten Verschlußvorhang und Kurzzeitsynchronisation bis zu 1/4000s sind möglich. Bei Programmautomatik wählt die Kamera Synchronzeiten von 1/60s bis zur 1/250s. Bei Lang-zeitsynchronisation steuert sie auch längere Zeiten an.

Einen zusätzlichen Vorteil für Profi-Fotografen bietet die F90 X Professional. Sie ist mit einem Hochformatgriff MB-10 ausgestattet, der besonders mit schweren Objektiven für besseren Halt sorgt. Ein zusätzlicher Auslöser ermöglicht eine bequemere Handhabung bei Hochformataufnahmen. Als Spannungsquelle dienen entweder vier Mignonzellen oder aber zwei 3V Lithiumbatterien, die in einem zusätzlich erhältlichen Batteriehalter MS-11 untergebracht sind. So lassen sich - gerade in hektischen Situationen - die Batterien schnellstens wechseln. Hochformatgriff und Batteriehalter sind auch als Zubehör erhältlich. Während der Hochformatgriff zwar auch an das Vorgängermodell F90 paßt, dort aber der 2. Auslöser ohne Funktion bleibt, sind die Datenrückwände MF-25 und MF-26 an der F90 X ohne Einschränkung nutzbar.

Irritierend an der F90 X ist im Grunde nur eines: warum wurden die sieben Motivprogramme der F90 nicht aufgegeben? Der ambitionierte Fotograf fühlt sich dadurch eher gegängelt, wer hingegen nur gelegentlich mal ein Bild knipst, wird sich vermutlich keine F90 X dazu anschaffen. Abgeschafft wurde gegenüber der F90 jedoch die akustische Fehlerwarnung. Die gestreßte Umwelt weiß es zu würdigen.